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Amniozentese
 

Die Amniozentese oder Fruchtwasserpunktion gehört zur „invasiven“ pränatalen Diagnostik.
Liegt ein erhöhtes Risiko für eine Chromosomen-anomalie vor, kann zwischen der 15. und 17. Schwangerschaftswoche eine Fruchtwasseruntersuchung (Amnioncentese) vorgenommen werden, um genetische Krankheiten des Ungeborenen aufzuspüren.

Wann wird die Untersuchung empfohlen?
Ob bei Ihnen ein erhöhtes Risiko vorliegt, ein Kind mit einer Chromosomenanomalie zu bekommen, erfahren Sie in der genetischen Beratung. Allgemein wird bei Frauen ab 35 Jahren eine solche Untersuchung empfohlen (Alternativen s.o.).

Wie wird die Amnioncentese durchgeführt?
Unter Ultraschallkontrolle entnimmt die Ärztin mit einer dünnen Punktionsnadel eine Fruchtwasserprobe. Die Punktionsnadel wird durch die Bauchdecke in die Fruchtblase gestochen, das winzige Loch in der Fruchtblase schließt sich von allein. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt und ist nur mit geringen Schmerzen verbunden.

Was wird untersucht?
Das Fruchtwasser enthält kindliche Zellen, die nach der Punktion kultiviert und untersucht werden. Die Untersuchung dauert etwa zwei Wochen. Durch die relativ späte Entnahme und die Dauer der Auswertung liegt die Diagnose frühestens in der 16. Schwangerschaftswoche vor.

Auch wenn das Untersuchungsergebnis nun einen Schwangerschaftsabbruch nahe legt, erschwert das fortgeschrittene Stadium der Schwangerschaft den Entschluss dazu, da der Abbruch um so einfacher und sicherer ist, je früher er vollzogen wird.

Was kann  nachgewiesen werden?
Neben den häufigsten Chromosomenanomalien wie dem Down-Syndrom lassen sich auch andere genetische Fehler im Erbgut, aber auch das Geschlecht des Fötus nachweisen.

Die Risiken einer Amnioncentese
Eine Amnioncentese ist mit einem Abortrisiko von 0,5 bis 1,0 % behaftet. Wird eine Frühamniozentese nach der 11. Schwangerschaftswoche durchgeführt und die zu untersuchende Fruchtwassermenge auf 10 ml begrenzt, ist das Risiko eines Aborts geringer als 1%.