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Neue Grippe "Schweinegrippe", pandemische (H1N1) 2009-Virus
 

Der sich seit dem Frühjahr dieses Jahres auch in Deutschland ausbreitende neue Grippevirus H1N1 (sog. Schweinegrippe) bewirkt eine ansteckende, aber bisher in aller Regel harmlose und milde verlaufende Virusinfektion.

Betroffen sind in erster Linie Kinder und jüngere Erwachsene (darunter auch Schwangere). Ältere Personen über 60 Jahre scheinen hingegen einen gewissen Schutz vor der Infektion zu haben (wahrscheinlich durch frühere Kontakte mit dem Virus).

Wie gefährlich ist die Neue Grippe?
Weltweit sind bislang rund 5.200 Menschen an der Neuen Grippe verstorben (in Europa 270, in Deutschland acht, Stand: 04.11.09).
Ein Teil der Betroffenen litt gleichzeitig an schweren, chronischen Grunderkrankungen.
Zum Vergleich: Alleine in Deutschland sterben jedes Jahr zwischen 5.000 und 11.000 Personen an der „normalen“ (sog. saisonalen) Grippe.

Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass sich durch Mutationen (Veränderungen) des Virus dessen Aggressivität und damit auch die Schwere der Krankheitsverläufe in den kommenden Monaten verändert.

Die Symptome
Die Neue Grippe (sog. Schweinegrippe) ähnelt stark der saisonalen Grippe („Wintergrippe“) und, bei leichtem Verlauf, einer einfachen Erkältung. Die Krankheit äußert sich durch Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Bei manchen Menschen führt sie auch zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Wie kann Schweinegrippe diagnostiziert werden?
Sollte der Arzt eine Diagnosesicherung für erforderlich halten, wird möglichst rasch nach Beginn der Erkrankungsollte ein Rachen- oder Nasenabstrich von einem Arzt entnommen und an ein Labor eingesandt werden.

Wie verhält es sich mit der Ansteckung?
Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) scheint ähnlich wie bei der saisonalen Grippe zu sein, also ein bis vier Tage.

Die Ansteckungsfähigkeit kann wie bei der saisonalen Grippe bereits weniger als 24 Stunden vor Auftreten der ersten Grippesymptome beginnen. Man geht derzeit davon aus, dass die Viren eine Woche lang ausgeschieden werden können, d.h., dass der Patient eine Woche lang isoliert werden sollte, um Ansteckungen zu vermeiden. 

Anforderungen an einen Grippeimpfstoff
Wissenschaftlicher Standard bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit ist bei Grippe-Impfstoffen ein Impfstoff aus Virusteilen („Spaltimpfstoff“) ohne Wirkverstärker – so wie die jährlich gegen die saisonale Grippe verabreichten Präparate.

Besonderheit des Impfstoffes gegen die Neue Influenza A/(H1N1) ist die Verwendung von Wirkverstärkern (Adjuvanzien) auf Öl-in-Wasser-Basis. Durch diese Zusätze wird die Immunantwort des Körpers verstärkt und eine breitere Schutzwirkung gegen Virusveränderungen erzielt.
Allerdings treten durch das Adjuvans auch verstärkt Nebenwirkungen auf.

In Deutschland zugelassenes Präparat:
Der in Deutschland zugelassenen und allgemein verfügbare Impfstoff Pandemrix® - enthält Teile des Virus und zusätzlich Wirkverstärker [sog. Adjuvantien].

Nebenwirkungen, die meist auf den Impfarm beschränkt sind, treten bei diesem Impfstoff im Vergleich zum üblichen Grippeimpfstoff deutlich häufiger auf (Rötungen, Schmerzen an der Einstichstelle, Gliederschmerzen, erhöhte Temperaturen).

Eine endgültige Nutzen-Risikobewertung ist derzeit noch nicht möglich, da Pandemrix® bisher nur an einigen Tausend Personen (nicht bei Schwangeren und nur bei sehr wenigen Kindern) getestet wurde.

Empfehlungen der STIKO
Die in Deutschland für Impfempfehlungen zuständige "Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO)" rät zur Impfung gegen die Neue Influenza bei:

  • Beschäftigten im Gesundheitswesen
  • Personen ab einem Alter von 6 Monaten mit erhöhter
    gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (zum Beispiel: chronische Krankheiten der Atmungsorgane, chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Malignome, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten, neurologische und neuromuskuläre Grundkrankheiten, angeborene oder erworbene Immundefekte mit T- oder B-zellulärer Restfunktion, HIV-Infektion)
  • Schwangere (vorzugsweise ab dem zweiten Trimenon) und Wöchnerinnen
    Schwangere sollten bis zum Vorliegen weiterer Daten mit einem Spaltimpfstoff ohne Wirkverstärker geimpft werden.

Die Impfung
Ab dem 27. Oktober werden zunächst Beschäftigte aus Risikogruppen (z.B. Ärzte und medizinisches Pflegepersonal) geimpft. Die Impfung erfolgt in den Gesundheitsämtern.
Ab dem 2. November können sich chronisch Kranke impfen lassen.
Ab Mitte November erhält jeder Bürger den Impfstoff.

Impfungen werden in hausärztlichen Praxen und gynäkologischen Praxen durchgeführt. 

Nach den bisherigen Erkenntnissen ist der Impfschutz schon nach einer Impfung sehr hoch, so dass man davon ausgeht, dass alle Personen zwischen 10 und 80 Jahren nur eine Impfung brauchen.

Schweinegrippe
Informationen des Robert-Koch-Instituts
Empfehlungen der STIKO
Aufklärung Schweinegrippeimpfung
Impfungen in unserer Praxis
Wir impfen in unserer Praxis alle Personen, die eine Impfung möchten.
Bitte melden Sie sich an unter der Telefon Nr.:0611 - 37 00 53